Alternativgarne: Umrechnung anhand der Basislauflänge

Mit der Basislauflänge kannst du die Garnmenge für deine Strickprojekte einfach und präzise berechnen — unabhängig davon, ob du 1-fädig oder mehrfädig strickst.

In diesem Beitrag erfährst du, wie die Umrechnung funktioniert und wie du unnötige Mehrkäufe vermeidest.

Was bezeichnet LOTILDA als Basislauflänge?

Die Basislauflänge bezeichnet die tatsächlich verstrickte Meteranzahl eines Modells — unabhängig von der Maschenprobe und der Anzahl der verwendeten Fäden.

Wird ein Modell beispielsweise 2-fädig gestrickt, entspricht die Basislauflänge der Meteranzahl, die beim 1-fädigen Stricken benötigt würde.

Dadurch kannst du ganz einfach Alternativgarne berechnen:
Möchtest du dein Modell beispielsweise mit einem dickeren Garn 1-fädig statt mit zwei dünnen Fäden stricken, kannst du anhand der Basislauflänge deine benötigte Garnmenge unkompliziert umrechnen.

Warum wird die Basislauflänge zusätzlich zum Garnverbrauch angegeben?

Bei jedem Modell findest du neben der Basislauflänge auch den Verbrauch des empfohlenen Originalgarns. So musst du für dieses Garn nichts selbst berechnen.

Die angegebene Garnmenge ist jedoch immer auf ganze Knäuel aufgerundet und entspricht deshalb nicht exakt dem tatsächlichen Verbrauch.

Bei manchen Größen kann es vorkommen, dass von einem (letzten) Knäuel nur wenige Meter benötigt werden. Auch dieses Knäuel wird natürlich beim Gesamtverbrauch als ganzes Knäuel angegeben.

Würdest du nun den Gesamtverbrauch mit ganzer Knäuelangabe als Grundlage für die Umrechnung eines Alternativgarns verwenden, könnte dies schnell zu einem unnötigen Mehrkauf führen.

Um das zu vermeiden, findest du in allen neueren Anleitungen zusätzlich die Basislauflänge.

So berechnest du den Garnverbrauch für Alternativgarne

Anhand der Basislauflänge kannst du deinen Garnverbrauch ganz einfach selbst berechnen.

Beispiel

Basislauflänge: 461 m

Beispiel 1: 1-fädiges Alternativgarn

50 g / 100 m (z. B. Lang Yarns Amira)

Berechnung

461 m ÷ 100 m = 4,61 Knäuel

Aufgerundet benötigst du also 5 Knäuel.

Beispiel 2: 2-fädiges Alternativgarn

25 g / 225 m (z. B. Knitting for Olive Soft Silk Mohair)

Schritt 1: Grundberechnung

461 m ÷ 225 m = 2,05 Knäuel

Schritt 2: Anzahl der Fäden berücksichtigen

2,05 × 2 Fäden = 4,1 Knäuel

Aufgerundet ergibt das 5 Knäuel.

Beim mehrfädigen Stricken kannst du häufig mit dem letzten Knäuel gleichzeitig von außen und von innen arbeiten.

Beispiel 3: 3-fädiges Alternativgarn

 25 g / 300 m (z. B. Lamana Premia oder Pascuali Mohair Bliss)

Schritt 1: Grundberechnung

461 m ÷ 300 m = 1,54 Knäuel

Schritt 2: Anzahl der Fäden berücksichtigen

1,54 × 3 Fäden = 4,62 Knäuel

Rein rechnerisch würdest du auf 5 Knäuel aufrunden.

Beim 3-fädigen Stricken ist das in der Praxis jedoch oft unpraktisch:
Eines der letzten Knäuel müsste gleichzeitig von innen und außen verarbeitet werden und wäre dadurch deutlich schneller aufgebraucht als die anderen Fäden. Der verbleibende Rest müsste anschließend mühsam abgewickelt oder neu gewickelt werden.

Daher empfiehlt es sich in diesem Beispiel, direkt auf 6 Knäuel aufzurunden.

Tipp zur Orientierung

Zur schnellen Berechnung kannst du folgende Formel verwenden:

(Basislauflänge ÷ Lauflänge des Garns) × Anzahl der Fäden = benötigte Knäuelanzahl

Beim 2-fädigen Stricken kann die Nachkommastelle ignoriert werden – du rundest das Ergebnis einfach auf volle Knäuel auf.

Beim 3-fädigen Stricken wird die Nachkommastelle berücksichtigt: Liegt sie unter 0,5, wird auf das ganze Knäuel aufgerundet; liegt sie über 0,5, solltest du ein ganzes zusätzliches Knäuel einplanen, um bequem mit den 3 Fäden arbeiten zu können.